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Donau Zeitung am Mittwoch, 14. Januar 2015 - Blickpunkt Lokales

Eine deutsch-eritreische Mannschaft - Staufen 2015 Fußball für Asylbewerber

Der Helferkreis in Staufen hat für junge Flüchtlinge aus Eritrea eine Möglichkeit zum Fußballspielen organisiert. Es gibt noch weitere Aktionen der Freiwilligen.


Eine deutsch-eritreische Mannschaft

Asyl Der Helferkreis in Staufen organisiert nicht nur eine Fußballhalle für die Flüchtlinge
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VON ANDREAS SCHWARZBAUER
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S t a u f e n   Mohammad schiebt den Ball durch die Beine von Habtom ins Tor und dreht jubelnd ab. Habtom schlägt verärgert die Hände über dem Kopf zusammen. Einmal in der Woche kicken die Jungs in der Bachtalhalle in  Syrgenstein. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei der sie aus dem Haus kommen. Die jungen Männer sind Asylbewerber aus Eritrea und wohnen im ehemaligen Gasthof Waldhof in Staufen. Dort verbringen sie auch den Großteil ihrer Zeit. Aber jeden Freitag holt sie die AH-Mannschaft von Eintracht Staufen zum Kicken ab.
AH-Leiter Armin Hummel sagt: „Im Sommer haben sie immer den ganzen Tag auf dem Sportplatz in Staufen gekickt. Das geht jetzt im Winter nicht mehr. Aber die Jungs brauchen Bewegung. Deshalb haben wir die Idee gehabt, sie  in die Halle mitzunehmen.“
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„Sie haben ein so schweres Los. Wir wollen ihnen das Leben wenigstens
  ein bisschen leichter machen.“

                                                                                                 Armin Hummel
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Insgesamt 19 Eritreer – der Großteil begeisterte Fußballspieler – wohnen seit Sommer in Staufen. Zu viert teilen sie sich meist ein Zimmer. Duschen und Toiletten sind auf dem Gang und werden gemeinsam genutzt. Außerdem gibt es eine Gemeinschaftsküche und einen Gemeinschaftraum mit Fernseher und Kicker. Dort treffen sich die Jungs häufig, um Fußball zu gucken. Sie sind alle große Fußballfans. „Ich mag den FC Bayern am liebsten“, sagt Habtom. Er fühlt sich in Staufen wohl. Er sagt: „Mir gefällt es hier sehr gut. Viele Leute aus dem Ort sind meine Freunde.“ Als die Eritreer an Heiligdreikönig zu einer Neujahrsfeier einluden, seien über 80 Leute gekommen, erzählt Peter Erasin. Er ist der Koordinator des Staufener Helferkreises für die  Asylbewerber. Die Gäste brachten zur Feier selbst gestrickte Schals und Mützen als Geschenke mit. Außerdem bekamen die jungen Männer Trainingsanzüge und grüne Trikots mit ihren Namen überreicht.
Als Dankeschön sangen die Afrikaner typisch eritreische Weihnachtslieder und tanzten dazu.
 Peter Erasin sagt: „Anfangs hatten die Leute ein paar Berührungsängste, aber die Jungs sind alle so nett und freundlich. Inzwischen gibt es eine wahnsinnige Hilfsbereitschaft.“ Helfer fahren mit den jungen Männern regelmäßig zum Einkaufen oder zum Arzt. Acht Frauen aus der Gemeinde veranstalten zweimal in der Woche einen Deutschkurs. Ein paar Mädels kommen regelmäßig zum Musizieren vorbei. Außerdem ist ein Kochkurs geplant. Einige Frauen wollen den jungen Eritreern deutsche Gerichte, wie beispielsweise Spätzle, beibringen.
 Erasin sagt: „Es ist einfach wichtig, dass wir die Jungs mitnehmen und sie in der Dorfgemeinschaft dabei sind. Wir wollen sie nicht sich selbst überlassen.“ AH-Leiter Hummel stimmt zu: „Sie haben ein so schweres Los. Wir wollen ihnen das Leben wenigstens ein bisschen leichter machen.“ Zudem bekomme man auch viel zurück.  Erasin: „Man lernt eine andere Kultur kennen und kann sein Englisch wieder auffrischen.“

AH Staufen: Eine deutsch-eritreische Mannschaft

Die AH-Mannschaft der Eintracht Staufen nimmt die Asylbewerber, die im Waldhof in Staufen wohnen, einmal in der Woche zum Fußballspielen in die Halle mit.   Foto: Schwarzbauer

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